2. November 2016
Hilfe ich habe O-Beine!
Um später größere Probleme zu vermeiden, ab wann ist eine operative Geradestellung sinnvoll?
Walter L., 22 Jahre
Um diese Frage ausreichend und korrekt zu beantworten , sind zuerst noch Informationen über die Beschwerden des jungen Mannes, über die Funktion des oder der betroffenen Kniegelenke und über die tatsächliche, an einer Ganzbeinröntgen-aufnahme abmessbaren Beinfehlstellung zu überprüfen. Liegen keine Beschwerden vor , wird es sich bei der Fehlstellung des Patienten wahrscheinlich um eine anlagebedingte O Beinstellung handeln; diese Form einer Fehlstellung erfordert zumindest kurzfristig, keine Therapie. Treten jedoch Schmerzen durch Knochenüberlastungen, Verletzungen von Meniskus oder Knorpel oder Überlastung der Kniegelenksbänder auf , so sollte zumindest die operative Korrektur der Fehlstellung ins Auge gefasst werden. Wenn durch die , am Anfang jeder korrekten Therapie, durchgeführte konservative Behandlung wie Lokaltherapie, physikalische Behandlung usw. keine Besserung der Beschwerden erzielt wurde, so ist eine genaue Untersuchung mittels MRT des Kniegelenks erforderlich. Stellt sich dann ein Binnenschaden des Gelenks als Ursache der Beschwerden heraus, so muß der Gelenkschaden ( Meniskus, Knorpel, Knochenmarksödem ) aber auch die Fehlstellung operative behandelt werden , um Dauerfolgen am Kniegelenk möglichst zu vermeiden. Die operative Behandlung der Fehlstellung am jungen Erwachsenen wird so durchgeführt , das der Knochen von Unterschenkel oder Oberschenkel , in besonderen Fällen auch beide Knochen kniegelenksnahe durchtrennt und in der gewünschten, korrigierten Stellung wieder fixiert werden. Die Korrektur der Fehlstellung stellt dabei einen prognostisch wichtigen Faktor zur Vermeidung einer manifesten Abnützung des/ der Kniegelenke in späteren Jahren dar.